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Der Gedanke zur Stiftung
Liebe Leserin und lieber Leser, es sind nur drei Worte, die in anderthalb Sekunden das Leben verändern: "Sie haben Krebs!" Die Erde scheint plötzlich stehen zu bleiben. Was bleibt, sind Schock und Ohnmacht. Ich war damals 35, stand mitten im Leben und hatte viele Pläne. Meine drei Kinder waren erst drei, fünf und sieben Jahre alt, als ich die Diagnose erfuhr: Ich hatte Brustkrebs im fortgeschrittenen Stadium. Meine Prognose stand nicht zum Besten, die ersten Monate durchschritt ich alle Stadien umfangreicher Behandlungen: Operationen, Chemo- und Strahlentherapie. Und immer überschattete die Sorge um meine Kinder die Tage in Kliniken und Reha-Einrichtungen - und war selbst noch zu Hause ein ständiger Begleiter. Noch heute meine ich, dass es eine der schwierigsten und schmerzhaftesten Aufgaben im Zusammenhang mit meiner Brustkrebserkrankung war und ist, den goldenen Mittelweg zu finden. Zum einen war mir wichtig, meinen Kindern nichts zu verheimlichen, zum anderen wollte ich sie aber auch nicht ihrer Kindheit berauben. Wie sage ich es altersgerecht dem einzelnen Kind? Was sage ich, wie viel und wann? Jeden Tag bekomme ich Briefe, Mails und Anrufe von meinen Lesern und den Menschen, die ich auf meinen Lesereisen kennen gelernt habe. Als besonders schlimm empfinde ich die unendliche Not der Kinder betroffener Eltern. Immer häufiger suchen auch sie den Kontakt zu mir, schreiben mir und rufen mich an. Ein zwölfjähriges Mädchen schrieb mir: "Ich weine jeden Abend. Aber immer heimlich. Ich muss doch stark sein für meine Mutter. Sie ist so krank."
Annette Rexrodt von Fircks |
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